Grundlagen für neue Spielende

Für neue Mitspielende gibt es das Basics Training. Dieses findet immer am Monatsersten statt. Hier wird die Grundhaltung im Improtheater vermittelt. An einem Basicstraining teilgenommen zu haben, ist Vorraussetzung um bei den wöchentlichen Treffen dabei sein zu können. 

Akzeptiere Ideen!

Improtheater kommt ohne viele Regeln aus. Dennoch gibt es gerade am Anfang zwei wichtige Grundsätze. Zum einen ist es wichtig, dass du alle Ideen akzeptierst, die deine Mitspielenden aufwerfen. Startet dein Spielpartner die Szene mit den Worten: „Hey Carlos, ein schönes Café hast du dir hier aufgebaut! Meinst du, ich kann hier als Kellner anfangen?“, dann sind folgende Dinge in der Szene damit festgelegt: Du heißt Carlos, du hast dir ein eigenes Café aufgebaut, ihr seid entweder in dem Café oder steht davor und ihr zwei kennt euch bereits. Außerdem ist es für die Szene oft bereichernd, auch beispielsweise den Wunsch, als Kellner in dem Café zu arbeiten, nicht abzublocken (z. B. mit einem „Ne, wir haben schon einen Kellner“), denn das stoppt in den meisten Fällen den Fluss der Szene enorm. Also beharre nicht auf deinen Ideen, sondern lasse dich auf deine Mitspielenden ein und passe dich der Situation an!

Zeige dich, nicht deinen Rücken!

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere wichtige Regel für den Start: Zeige dem Publikum nie den Rücken! Die Zuschauenden möchten dich verstehen können, sie wollen sehen, wie du emotional reagierst, was du machst und wie du mit Anderen interagierst. All das ist viel schwieriger, wenn du zur Wand und nicht zu Ihnen sprichst. Solltest du diese Regel einmal vergessen, wird dich bestimmt jemand aus unserem Publikum mit einem Klopfen darauf hinweisen – unser Signal für „Man sieht gerade nur deinen Rücken!“

Emotional oder körperlich unangenehme Situationen

Wir alle spielen Impro, um Spaß zu haben. Dabei nehmen wir immer auch Rücksicht auf unsere Mitmenschen. Nichtsdestotrotz kann es während des Spiels vorkommen, dass dich jemand unabsichtlich in eine emotional oder körperlich unangenehme Situation bringt.

Gerade in konfliktreichen Szenen ist es sehr schwierig, solche Situationen von außen richtig einzuschätzen und vom Schauspiel abzugrenzen. Daher ist es besonders wichtig, in so einem Fall die eigene Empfindung ernst zu nehmen und dem/der Mitspielenden deutlich zu signalisieren, dass diese Handlung für dich nicht okay ist. Dies ist dann kein Abblocken der Idee, sondern im Gegenteil absolut nötig, um sich nicht selbst zu blocken: Niemand darf gezwungen werden, Szenen zu spielen, die er oder sie nicht spielen möchte! Aus demselben Grund ist es absolut nicht verwerflich, aus persönlichen Gründen neue Vorgaben einzufordern (Beispiel: Eine nahestehende Person ist kürzlich verstorben und die Vorgabe „Beerdigung“ wird eingeholt). Dies trifft selbstverständlich auch auf Zuschauende zu.

Sollte sich eine bedrängende Situation nicht aus der Szene heraus lösen lassen, scheue dich nicht, aus der Rolle zu fallen und die Szene zu unterbrechen. Dies kann beispielsweise durch ein klares „Nein“ oder ein direktes Ansprechen der anderen Person geschehen. Es ist wichtig, dass wir uns alle auf der Bühne wohlfühlen. Die beschriebenen Vorgehensweisen bieten dazu eine Möglichkeit der Kontrolle. Solltest du dennoch einmal in eine bedrängende Situation geraten oder im Nachhinein Gesprächsbedarf haben, kannst du dich natürlich jederzeit während des Trainings oder hinterher an die Trainer:innen wenden.